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  •  Esaite-Berichte: SHAMAN JPM Standard E-Gitarre HH Pickup-Austausch

 

 

 

Mittels Zwangsmaßnahme hatte ich ja vor Wochen den Duncan SH-4 Jeff Beck in die Stegposition bugsiert. Interessant, weil der Unterschied des klassischen Duncan Voicings zu den Alumitones deutlich wird, bzw. umgekehrt. Der originale Alumitone an der Brücke ist im Vergleich nicht so der Bringer. Hingegen kann man dem Alimutone am Hals nichts Unvorteilhaftes nachsagen. Der SH-4 kommt erheblich direkter herüber und eignet sich

– wen wundert es – sehr gut für HiGain-Settings.

 

Die Alumitones bringen materialbedingt ein „Ffffffffft“ mit ins Klanggeschehen. Nach meinen Vorstellungen wären die Alumitones damit in Halbakustischen, Jazzgitarren und der Gretschwelt passend platziert. Na gut, wir werden das ja möglicherweise noch ausprobieren.

Die Shaman hat als wesentliche Basis den Mahagonybody mit einem eingeleimten nicht ganz mageren „u“-förmigen Mapleneck.

 

 

 

 

Radikalkur. Kurzerhand schmeiße ich die Pickups beide aus der Shaman. Raus mit dem Duncan an der Brücke und weg mit dem Alumitone am Hals.

Ich hatte mir mehrfach die PRS SE 245 G&B Pickups aus Korea angehört. Ich glaube mich zu entsinnen, die sind u.a. auch im aktuellen Santana- und

Bernie Marsden-Modell verbaut. Diese sind für mittpreisige Mahagony-Gitarren entwickelt und bringen einen ausgewogen schmatzigen Sound,

der clean und gezerrt sehr brauchbar ist.

 

Auch optische Gründe am Rande will ich nun mal nicht völlig abtun. Die Zebras in den cremefarbenen Rahmen passen meines Erachtens sehr gut zur Gesamterscheinung der Gitarre. Der örtliche Tierpark vermisst keine animalischen Insassen, weist aber vorsorglich auf gleichnamige Tonabnehmer

mit je einer hellen und einer schwarzen Spule hin - toller Schenkelklopfer . . .

.

 

 

 

Die Stärke des Wickeldrahtes oder die Anzahl der Windungen konnte ich zwar nicht in Erfahrung bringen, messe aber Gleichstrom-Widerstände von für den Hals-PU circa kOhm 7,93 und kOhm 10,36 für den Brücken-PU. Beim Magnetmaterial kann man wohl getrost von dem verbreiteten Aluminium-Nickel-Cobalt-Gemisch Nummer Fünf ausgehen.

 

Etliche tauschen ja die unterschätzten Pickups ihrer PRS SE, so dass man leicht für kleines Geld an die Verschmähten heran kommt. Wichtig ist nur, dass die Dinger auch aus Seoul von der Fa. G & B Pickup Company stammen, da auch ungelabelte Pickups in der Student Edition SE verbaut werden, die in ihrer Klangqualität aber so weit abfallen, dass sich ein Austausch bei denen nun wirklich anbietet.

 

 

 

 

Vorn im Text (1. Bericht hier auf der ESaite) hatte ich mich ja in Wort und Bild über das Format der Fräsungen mokiert.

Um da überhaupt einen Schritt weiter zu kommen, war die Entscheidung zu treffen, Mut zur Modifikation oder Rückbau in den

Auslieferungszustand. Und so hieß es bald it`s Dremel-Time.

 

Diesen blöden fehlenden Millimeter an Breite muss ich doch ohne weiteren Schaden anzurichten hin bekommen.

Die Pickup-Rahmen müssen dann notfalls als Schmuckrosette herhalten; wenn alle Stricke reißen... Das Ganze wurde dann doch eher entspannt,

weil das Holz sehr weich und daher leicht zu bearbeiten ist und größere Unregelmäßigkeiten dabei nicht wirklich auftraten.

 

 

 

 

Die Schleifpapierrolle leistet ganze Arbeit und nimmt weg, was hier noch zu viel ist. Dabei geht natürlich der schwarze Abschirmlack flöten. Für die Eifrigen oder Planungswunder gilt natürlich, vorher Lack besorgen und die Lücken in der Abschirmung damit behandeln. Wenn es nämlich, was nicht zu erwarten ist, nervig brummt, ist das Mindeste, sich mit Kleber und Alufolie zu schaffen zu machen. Für die Pickup-Beinchen vertiefe ich noch geringfügig die Fräsung und kneife die hier überlang erscheinenden Schrauben für die Höhenjustierung ab.

 

Als Rahmen für die 245er-Humbucker wähle ich flache leicht angeschrägte Versionen für nichtgewölbte Decken aus. Da wir den Halswinkel berücksichtigen, ist der Rahmen für den Steg-Tonabnehmer bei gleicher Grundform etwas höher als sein Hals-Kollege. Wegen der Goldhardware kommen zumindest keine verchromten oder vernickelten Rahmenschräubchen in Betracht. Die Schublade gibt zweimal vier Schwarze preis,

die dann auch Verwendung finden.

 

 

 

 

Was war sonst noch? Wenn man den Hals-PU auswechselt, muss auch der Brücken-PU herausgenommen werden, weil der „Kabelkanal“

erst von dort zum Elektrofach führt.Der Pickup-Wahlschalter sieht so robust wie eine Fernostkopie von Schaller aus.

Die Löterei hält sich erfreulich stark in Grenzen. Die zwei heißen Drähte (weiß) gehen an den Schalter, die beiden

schwarzen Kabelenden kommen erdend auf das Potentiometer-Gehäuse - fertig! Wer die Temperatur der Lötstation einstellen kann,

wird allgemein mit rund 290 Grad Celsius auskommen. Geht die Strippe auf ein Gehäuse, sind dann manchmal schon 370 C besser.

 

Ist alles soweit unter Dach und Fach, stellt man sich die Höhe der Pickups ein. Den Hals-PU habe ich nur relativ leicht gekippt,

damit die Bässe nicht zu dick werden. Der Brücken-PU darf in diesem Fall tatsächlich ziemlich dicht unter die Saiten.

Als Tipp wird auch schon mal an anderer Stelle empfohlen, die Tonabnehmer nach einer gewissen Grundeinstellung in der Mittelposition

– also beide an – so lange vorsichtig hoch und runter zu drehen, bis dieser Misch-Sound quasi seinen optimalen Punkt erreicht hat.

 

Wer demnächst wieder einen Anfall von Bastellaune spürt, sollte es auf jeden Fall ausprobieren. Ich bin für meinen Teil erst einmal

mit dem Ergebnis zufrieden und überlasse es den kommenden Wochen, ob sich diese kleine Geschichte auf Dauer auch bewährt.

 

 

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