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  •  Esaite-Berichte:  P-90-Gitarren Vergleichstest

  

Moin moin,

 

ich nutze hier die Gelegenheit als Gastautor einige von meinen Gitarren vorzustellen, welche mit P-90-Tonabnehmern versehen sind. Es dreht sich dabei um Gitarren, die ich aktuell spiele und auch um vergangene Schätzchen, die Anderen weichen mussten. Zusammengekommen ist eine bunte Mischung von recht unterschiedlichen Gitarren:

 

 

    Gibson Les Paul Studio, GEM-Edition, 1996
    Hamer Special, 90er
    Reverend Double Agent, 2008
    Paul Reed Smith SE Semi Hollow, 2008
    Gibson ES 330 TD, 1960

 

 

 

 

Allen Gitarren gemeinsam ist die P-90-Bestückung, mit Ausnahme der Reverend, die den P 90 nur in der Halsposition aufweist.
Meine Beschreibungen betreffend Ausführung und Konstruktion sind nicht vollständig, da ich hier lediglich Merkmale aufführe, die ich für besonders erwähnenswert halte. Alles andere würde hier auch den Rahmen sprengen. Wer darüber hinaus an vollständigen Beschreibungen interessiert ist, kann diese auf zahlreichen anderen Seiten, oder in der einschlägigen Literatur finden.

Da mein Urteil natürlich geprägt von meiner Soundvorstellung ist, die sich im Laufe der Jahre des Musikmachens so ergeben hat und nicht zuletzt auch meiner Vorliebe für (fast) alle Arten des Blues geschuldet ist, kann ich natürlich keine objektive und damit vergleichbare Bewertung zum Besten geben. Bei allen Beschreibungen habe ich zudem versucht einen Bezug zu dem klassischen Sound herzustellen, den beispielsweise eine Gibson SG Junior mit einem P 90 hervorbringt. Zwar besitze ich leider keine (noch nicht), kann aber sehr wohl auf die eines guten Freundes verweisen, der im Besitz einer 64er SG ist und seit vielen Jahren Vintagegitarren und Verstärker sammelt (und diese auch spielt!)

 

Als Grundlage für "wohlklingende" Sounds kommen ausschließlich Röhrenverstärker/Tube Amps zur Anwendung, als da wären:

Koch KC50 deluxe, Marshall Modell 1959 von 1975, Blackheart Little Giant und neuerdings auch ein Blackstar Artisan 15. Bei allen Amps handelt es sich um Topteile, die enweder mit der 4x12 Marshall-Box oder einer 1x12 Box, beide mit Celestion V30-Bestückung, oder den beiden 1x12 Koch-Boxen mit originalen Lautsprechern von Koch betrieben werden.

 

 

 

Gibson Les Paul Studio

 

 


Ausführung:
Schöne Lackierung, leider auch kratzempfindlich. Hardware mit echter Goldauflage. Hier muss man aufpassen beim Polieren, sonst kommt sehr schnell der Untergrund durch. Cremefarbenes Pickguard und Pickup-Abdeckungen. Insgesamt sehr wertige Optik, es handelt sich schließlich auch um eine GEM-Ausführung, was meines Erachtens soviel wie Edelstein bedeutet, also auf eine edlere Ausführung hindeutet.


Handling:
Typisch für 'ne Paula ist der kräftige Hals und der recht fette Korpus, der allerdings etwas dünner ausfällt als bei einer Standard. Dadurch ist sie etwas leichter, aber immer noch schwer genug, um mit Rückenschmerzen nach einer Pause während der Probe zu verlangen. Sie hängt ausgeglichen am Gurt, aber rhythmische Bewegungen wollen nicht gerade mit Leichtigkeit gelingen.


Sound:
Der Ton kommt durchsetzungsfähig, aber realtiv harsch daher. Man muss schon ordentlich an allen verfügbaren Tonpotis drehen, um dem Klang die Schärfe zu nehmen. Clean gespielt klingt sie sehr drahtig. Der Ton erscheint aber eher flach und lädt nicht gerade dazu ein Balladen zu spielen. Den typisch rotzigen Klang, wie ihn die Hamer, oder auch eine 64er Gibson SG Junior (die leider nicht mir gehört) habe ich mit ihr nicht erreichen können. Dem Sound fehlte immer die Wärme, um wirklich bluesig zu sein.
Mit übersteuertem Amp kam auch nicht das typische Singen einer Paula zum Vorschein, so dass ich eher entäuscht war und die Gibson im Koffer verschwinden ließ.


Fazit:
Für meinen Geschmack eine Gitarre, die soundmäßig weder an den bekannten Les Paul-Klang, noch an dynamische Sounds von "einfachen Brettgitarren", wie Hamer Special und Gibson SG Junior heranreicht.

 

 

 

Hamer Special US

 

 


Ausführung:
Schlicht. Klassische Les Paul Junior Kopie. Sehr gute Verarbeitung. Erwähneswert ist der einteilige Mahagonie-Body.


Handling:
Sehr flacher Hals, um nicht zu sagen sehr dünn. Bietet somit wenig Platz für Langfinger. Gewicht mittelmäßig, in jedem Fall schwerer als 'ne alte SG. Fühlt sich aber an wie 'ne Gitarre zum Abrocken.


Sound:

Durchsetzungsfähiger, sehr angenehm warmer Ton. Im Clean-Bereich sehr konturiert. Gutes Zusammenspiel beider Pickups. Die Mittelstellung liefert ausgesprochen harmonische, leicht zurückhaltende Sounds, gut geeignet für Rhythmusspiel. Generell lassen sich alle Nuancen von melodisch warm bis beissend agressiv  einstellen, ohne das die Special dünn oder unangenehm scharf klingt. Mit dem Volumenregler läßt sich der Bereich von crunchig bis verzerrt sehr gut regeln, ohne dass man den Amp zu Hilfe nehmen muss.
Im Crunch-Betrieb sind weiche, bis hin zu aggressiven Sounds möglich, die sich im High-Gain-Bereich noch zu steigern wissen. Alles im Allen eine sehr universell einsetzbare Gitarre, wäre da nicht der dünne Hals....Es gibt aber durchaus auch kräftigere Halsprofile, die Hamer in anderen Baujahren verwendet hat.


Fazit:
Jedem zu empfehlen, der auf amtliche Blues- und Rocksounds steht und auch die passende Optik sucht. Für mich eine echte Alternative zur SG und preislich viel günstiger zu erwerben. Bei der Auswahl des Instruments sollte man aber unbedingt auf das Halsprofil achten.

 

 

 

Reverend Double Agent

 


Ausführung:
Eigenständiges Design, irgendwie trotzdem klassisch, da Designelemente bekannter Bauarten verwendet wurden. Gute Verarbeitung. P 90 nur am Hals montiert, am Steg verrichtet ein Humbucker seinen Dienst. Bei meinem Exemplar ist er durch einen Seymour Duncan ersetzt. Über das originale Teil kann ich somit keine Aussage treffen, aber der Duncan harmoniert sehr gut mit dem P 90.
Die Besonderheit ist der Contour-Regler am Treblehorn.


Handling:
Das kräftige D-Profil des geschraubten Halses erlaubt eine komfortable Spielweise. Mittelmäßiges Gewicht, sicherlich angemessen, läßt allerdings die Vorteile des Korina-Bodys nicht erkennen. Vielseitige Klangeinstellung durch den Contour-Regler für den P 90 möglich.


Sound:
Der P 90 erklingt voll und laut, so wie man's erwartet. Harmonische Clean- und Zerrsounds. Sehr direkt, dabei voluminöser als 'ne Strat. Dreht man jetzt den Contour-Regler zu, so geht der Sound viel eindeutiger Richtung Strat, also wohlbekannter Sound, mit knackigen, drahtigen Bässen und den bekannten hohlen Mitten, wie geschaffen für SRV-Riffs und von 'ner Strat nicht sehr weit entfernt. Der Contour-Regler verringert also nicht nur die Bässe, sondern sorgt auch im Mittenbereich für eine entsprechende Abschwächung.


Fazit:
Für den relativ geringen Preis, von knapp 600 € erhält man eine angenehm individuell ausgeführte Gitarre, die durchaus stratmäßig klingt, aber darüber hinaus eben auch noch den Humbucker für mehr Druck und gute Zerrsounds aufweisen kann. Nur den typischen Sound einer SG Junior bringt sie nicht.

 

 

 

Paul Reed Smith SE Semi Hollow

 

 


Ausführung:
Eingeleimter Hals mit viel Freiraum am Korpusübergang. Die Semitransparente Lackierung lässt eine kräftige Maserung durchblicken. Die Seitenfläche der aufgeleimten Ahorndecke ist farblos, optisch einem Binding ähnlich. Schöne Abalone Inlays im Palisander Griffbbrett, cremefarbene PU-Abdeckungen und Pickguard ergeben eine stimmige Optik.
Die Konstruktion der in Korea gefertigten Student Edition entspricht, bis auf das fehlende Shaping der Decke, weitestgehend der US-Ausgabe von PRS.


Handling:
Liegt sehr gut in der Hand durch das kräftige D-Profil. Das geringe Gewicht erlaubt viel Bewegungsfreiheit.

 

Sound:
Harmonischer und transparenter Grundsound, vor allem im Cleanbetrieb. Der Ton ist durch die Hollowbody-Konstruktion nicht so massiv, wie z.B. bei der Hamer. Damit kommt der Sound weniger druckvoll rüber und animiert nicht gerade zu Hardrock-Riffs. Im Vergleich zum typischen P 90-Sound fällt die PRS doch sehr zahm aus und kann dem Anspruch einer Rockgitarre leider nicht gerecht werden.


Fazit:
Für meinen Geschmack für die Erzeugung von amtlichen Rocksounds nicht sehr geeignet. Da es sich aber davon abgesehen um eine wirklich gut zu spielende und hochwertig verarbeitete Gitarre handelt, beschloss ich sie zu behalten und der Empfehlung von esaite.de folgend, mit neuen Pickups auszustatten. Das Experiment war zum Glück sehr erfolgreich. Mehr davon unten auf dieser Seite.



 

Gibson ES 330 TD

 


Ausführung:
Die ES 330 wird zwar als günstigere Variante der Gibson ES 335 gesehen, unterscheidet sich aber von der ES 335 nicht nur in der Ausstattung, sondern auch in ihrer Konstruktion. Im Gegensatz zur 335 hat die 330 nämlich keinen Solidblock aus Ahorn, der aus der 335 deshalb eine echte Semi-Solid macht. Die ES 330 wurde 1959 als Nachfolgerin der ES 225 vorgestellt und ist in der Version mit der doppelten P 90-Bestückung bis 1972 gebaut worden.
Meine ES 330 TD wurde 1960 als eine von 1198 Stück von Gibson in der Ausführung Sunburst hergestellt. Es handelt sich noch um die erste Variante mit Dot Inlays und der schwarzen Pickup-Abdeckung aus Kunststoff. 1962 wurden dann die Pickups mit Metallkappen versehen, was sich auch auf den Sound auswirkte und der Hals erhielt Block Inlays. Ab 1969 wurde die Hals-Korpusverbindung dann wie bei der ES 335 auf den 19ten Bund verlegt.


Handling:

Das Halsprofil ist angenehm kräftig und entspricht dem, was man heutzutage unter der Bezeichnung 60's-Profile versteht. Allerdings hat Gibson die Halsdicke bis 1964 stets verringert, so dass ein Hals von 64 wirklich bedeutetend dünner ausfällt.
Natürlich ist auch hier das geringe Gewicht durch die komplett hohle Bauweise zu erwähnen, welches einen komfortablen Umgang, trotz der größeren Abmaße ermöglicht, wobei die geringe Korpustiefe (eben thinline) ebenso dazu beiträgt.

 

Sound:
Trocken gespielt, also unverstärkt ertönt die 330 bereits relativ laut, zwar leiser als eine Westerngitarre, aber doch laut genug um Spaß zu haben. Im Vordergrund steht der sehr percussive, nach viel Holz klingende Sound, wie er eben typisch für diese Konstruktion ist.
Angeschlossen an einen Verstärker/Amp, setzt sich der zuerst gewonnene Eindruck fort und man erlebt einen Sound mit hoher Anschlagsdynamik, der viel Sustain besitzt und ausgesprochen warm ist und zugleich den typisch rotzigen P 90-Sound hat. Egal an welchem Amp, die 330 kann zwar sehr aggressiv klingen, gleitet aber nie in den Bereich ab wo es unangenehm wird, die Höhen spitz werden und der gesamte Sound nur noch harsch ist.
In Verbindung mit dem Marshall stellt sich bei Anwahl des Stegpickups ein sehr inspirierender 70er Jahre Hardrocksound ein. Aufpassen muss man mit den Rückkopplungen. Die 330 ist sehr feedbackfreudig und man tut gut daran, sich aus dem direkten Abstrahlbereich der Lautsprecher zu entfernen.
Dreht man das Volumenpoti an der Gitarre zurück, entsteht ein crunchiger Sound, der von sich aus schon sehr bluesig klingt, aber ohne sehr viel leiser zu sein. Man kann also sehr gut mit dem Volumenpoti arbeiten um zwischen Rhythmus- und Leadsounds zu wechseln.


Fazit:
Zunächst einmal ist natürlich hier der Vergleich zu einer Solidbody, wie der SG eher unpassend, wobei die 330 ebenfalls sehr rauhe Sounds bietet, aber natürlich konstruktionsbedingt anders klingt. Insofern fällt die 330 schon etwas aus dem Rahmen.
Bei der ES 330 handelt es sich eine echte Vintagegitarre, die heute nur zu hohen Preisen zu bekommen ist. Grob umrissen liegen die Handelspreise zwischen 2.500 € und 4.000 €, je nach Zustand und Ausführung. In Deutschland sind diese Gitarren zudem auch viel seltener als im "Schlaraffenland" USA. Wer aber bereit ist so viel Geld zu investieren, bekommt dafür eine Gitarre mit amtlichem Sound, die vorwiegend im Blues und Rock zu Hause ist. 




Pickup-Umrüstung der Paul Reed Smith SE Semi Hollow
 


Die Umwandlung von einer zwar hübschen, aber zu lasch klingenden Gitarre zu einer wirklichen Rockgitarre ist gelungen. Am Hals leisten nun ein Dimarzio Virtual P 90, am Steg ein Super Distortion P 90, ebenfalls von Dimarzio, ihre Dienste. Klingt nicht nur amtlich, sondern sieht auch ebenso aus, nicht mehr so plüschig. Aber das ist ebenfalls Geschmacksache.  

 

Schöne Grüße

 

Euer Mathias (ex-MAXFIVE)

 

 

 

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