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  •  Esaite-Berichte: HK STL-100 E-Gitarre Telecaster Kopie

 

 

 

 

Ein Metalfreak braucht mehr? Telecasters sind im heftigen Metal-Genre die Ausnahme, so dass mir ein enttäuschter Gitarrist seine gebrauchte LowBudget-Telecaster mit einem von Schrammen und Kratzern übersäten Pickguard überließ. Zum Glück je nach Lichteinfall nicht sofort sichtbar. Von einer Neupreiskategorie unter EUR 100 hatte ich bisher gepflegt die Finger gelassen. Was soll das schon sein? Kann ich Euch sagen!

Vorab: Die chinesische Lady sieht wunderbar aus. Dreiteiliger satt dunkelrot lackierter Lindenkorpus mit einer zarten Wolkenahorn ähnlichen Decke und schwarzem Binding. Na gut, ob das Ahorn ist, kann ich hier nicht sicher bestimmen (wird wohl auch Linde sein), sieht aber super aus und wirkt nicht so plakativ aufdringlich wie die Fotofinishes seinerzeit aus Japan. Das Gesamtgewicht wartet mit rund 3.6 Kilogramm auf. Das fühlt sich nicht leicht an, aber geht für meinen Geschmack noch. Die Pickups habe ich durch gemessen und finde folgende Gleichstromwiderstände:

Steg/Bridge PU     kOhm 5.95
beide parallel         kOhm 2.88
Hals/Neck PU        kOhm 5.45

 

Die reinen Werte sind am ehesten als „very vintage“ zu beschreiben. Man lässt sich aber leicht täuschen, wenn man daher einen dünnen spitzen Eierschneider-Sound erwarten würde. In der Tat verwöhnt die Dame einen mittels eines runden durchaus satten Outputs. Die klangliche Einfärbung der Tonabnehmer ist absolut tele-typisch. Tonbildend sind natürlich primär das Lindenholz (Basswood) und die verchromte massive Messingbrücke. Trotz gewünschter Bissigkeit am Steg findet man rundrum einen warmen wohligen ausgeglichenen Klang. Für mich gehen die Tonabnehmer völlig in Ordnung. Nicht einmal der Halstonabnehmer müsste für mich offener daher kommen; er ist schön bauchig. In der Mittelposition (beide Pickups an) bin ich mit dem glockigen Klang sehr zufrieden.
Gespielt habe ich die Gitarre über einen Laney LC15R mit Jensen-Speaker und Blackhearts Killer Ant (Crate) plus Box mit einem Marshall 10“ Speaker.

 

 

 

 

 

 

 


Die Fender Baja Tele mit Mapleneck, mit Stahlblechbrücke und mit schwerem Eschenkorpus ist knalliger. Das ist sicher auch speziell: eine gewisse Härte verlangt da tendenziell nach reinen Nickelsaiten. Die HK T-Style Gitarre hingegen ist entsprechend der Gesamtwirkung ihrer Komponenten mit vernickelten Stahlsaiten bestens versorgt. Ausgeliefert wird mit einem Satz 009-042 Saiten.

Saitenlage? Wie bei meiner Fender Classic Player Baja Tele nicht schlecht, aber dann auch nicht überragend gut. Hier stimmt wenigstens der Halswinkel. Dafür hängt der Hals etwas zu dolle durch. An der Kopfplatte gibt es den Zugang zur Einstellschraube für den Halsstab. Etwas mehr als eine halbe Drehung braucht es schon, um den Hals gerader zu bekommen und dann passt es. Das war mittels Imbuss-Schlüssel ganz einfach durch nach Links drehen fix erledigt. Das Halsformat gleicht modernen Fendermaßen. Die Stärke ist solide und dabei kräftiger als bei der Squier Thinline Tele 69. Das tut ihr klanglich gut, könnte dem Einen oder Anderen in der Hand einen Tick zu fett sein. Ist die Saitenlage justiert, schauen bei den originalen Saitenreitern die Madenschrauben sehr weit heraus. Das ist für die aufliegende Hand unbequem und störend.

Intonation! Die ist ganz okay. Die Standard Saiten-Reiter sind wie zu erwarten nicht oktavkompensiert. Das ist hier nur bei genauerem Hinhören zu merken. Ich habe sie trotzdem getauscht. Jetzt sind Göldos TLV1M Harmonic-Saddles drauf. Damit kein Frust aufkommt, wenn man die Tüte öffnet: Ja, man muss unter Umständen einige Madenschrauben umgekehrt reindrehen, damit das bekannte Oktav-Muster mit den drei Doppelreitern nachzubilden ist. Meist sagt das einem ja keiner und man ist im Zweifel dazu geneigt, den vermeintlich falschen Krams zurück zu schicken. Mittlerweile gibt es hier eine 2. HK STL-100 Tele in Blue Metal Flake. Die habe ich mit neuen Alu-Saddles bedacht. Selbige kommen für 10 EUR aus Amerika.

Der Sattel oben an der Kopfplatte (Nut) ist bei der HK STL Tele 1A gemacht. Man könnte vermuten, der HeKe-Vertrieb (Hermann Kempf, Bückeburg) hat da nochmal Hand angelegt. Wird aber wohl vom Werk so bereits ausgeliefert. Hier gibt es nichts zu bemängeln.

 

 

 

Mechaniken/Tuners. Klarer Fall, die funktionieren. Aber frag nicht wie. Zu dem Preis erwarte ich einfach Schwachpunkte bei einer Gitarre. Daher habe ich die Mechaniken ohne langes Zaudern getauscht. Viel glücklicher kann man an dieser Stelle mit Wilkinson Grover-Style Tuners werden. Die sehen besser aus und tun ihren Job wenigstens auf amtlichem Niveau. Die Fixierschrauben passen übrigens nicht in die original Bohrlöcher. Also verschließe ich die alten Bohrungen und bohre vorsichtig mit dem Dremel neue Löcher.

Kleinkram! Die Gurtpins werden durch Gotoh Deluxe 17mm ersetzt. Hier haben dann ausgeleierte Gurtlöcher keine Chance mehr. Die Saitenhalterung/Brücke  kommt bei dieser Telecaster Kopie ohne die String-thru-the-Body-Option mit rückwärtigen Hülsen aus. Das Ahornholz des Halses ist leider im wörtlichen Sinne nicht „ast-rein“. Über den Faserverlauf des Holzes, Jahresringe und Ähnliches will ich mir ganz bewusst keine großen Gedanken machen. Der Pickup-Wahlschalter schlackert ein Wenig im 90-Grad-Winkel zur Schaltebene. Kleine Unsauberkeiten bei der Lackierung erscheinen mir unwesentlich. Ach, einen hab ich noch: Thema Tonregler. Wenn wir uns den Regelweg als eine Strecke von 1 bis 10 vorstellen, arbeitet dieses Feature nur zwischen 1 und 2. Von 3 bis 10 passiert so gut wie nichts.

Die perfekte Bastelbasis! Eine ordentliche Telecaster aus dem Hause Fender kostet bald locker das Z e h n f a c h e und braucht fast genauso viel Aufmerksamkeit für die Justierung/Optimierung aller Teile.
Für sehr viele Gitarristen ist die HK STL zunächst einmal sofort bezahlbar (keine Ratenzahlung, kein Ferienjob, Oma wird nicht angepumpt) und vermutlich auch anwendungsbezogen völlig ausreichend, will sagen wirklich zufriedenstellend.

 

 

 

 

Wer höhere Ansprüche hat oder gerne an seinen Schätzchen herum-tuned, kann noch zusätzliche Ausgaben veranschlagen.
Meine Rechnung ist einfach und geht auf: Neue HK STL Gitarre zuzüglich Versandkosten macht zusammen etwa EUR 82,--. Zum Auslieferungszustand kämen meines Erachtens nach noch folgende Investitionen in Betracht:

Göldo Harmonic-Saddles EUR 17,50.
Gotoh Deluxe Strap Pins Set EUR 3,90.
Wilkinson Grover-Style Tuners 6 in line EUR 30,--.
Ernie Ball Regular Slinky #2221 Saiten 10-46 EUR 4,95.
Fender Deluxe Gigbag EUR 28,--, optional

 

Gurt, Kabel und Stimmgerät werden wohl schon vorhanden sein...

(Ahh, ich sehe gerad: Bei der nagelneuen blauen STL-100 sind ein

einfaches Kabel, Imbuss für die Brücke und der Torsionsschlüssel dabei)

Das komplette Paket summiert sich auf 164,35 Euros - also immerhin eine Verdopplung des „Grundpreises“ - für eine customized T-Style Gitarre, die wirklich funktioniert, klingt und Freude bereitet. Irgendwie ist das gar nicht zu glauben. Dass sie gut aussieht, erwähnte ich bereits oben - smile. Allein deshalb sollte man aber nicht unbedingt eine Gitarre kaufen – oder doch? Erwischt – Mist.

Schaut Euch die Videos und Tests im Internet an. Dann bildet Euch eine eigene Meinung.

 

 

 

Praxis: Das blaue Exemplar fand den Weg in den Proberaum.

Die Mitmusiker staunten, hatten aber auch folgende Kommentare

parat: Sieht aus wie 'ne Telecaster, klingt aber schon anders als

eine Fender Telecaster, was nicht "schlecht" heißt.


Ich habe in den Fender Super Sonic eingestöpselt. Alles gut.

Lediglich der Hals-Pickup kam so sehr weich rüber, dass hier etwas

die Kontouren zu fehlen scheinen. Aber dafür gibt es die Mittelstellung

oder den Steg-Pickup allein.


Die lieben Kollegen hätten sich einen hochglanzlackierten Hals

gewünscht und vielleicht ein kleineres Kopfplatten-Logo.

Na, was soll's, irgendwas ist ja immer ... 

 

 

 

So, ich habe hier nochmal einen üppigen Nachschlag für alle, die es genauer wissen wollen.

 

Ein drittes Exemplar der HK STL-100 erreicht mein bescheidenes Domizil. Diese Tele ist aus vier Teilen Linde zusammen

gesetzt. Das wolkige Deckenfunier ist ein echter Hingucker. Trotzdem, technisch Sinn macht es nur, wenn die

Tuners gewechselt werden und oktavkompensierte Brückchen drauf kommen. Sicherlich eine Manie meinerseits, aber

vielleicht komm der Hersteller drauf und bietet diese Upgrades gleich vom Werk aus an. Dann kostet das in der Serie

Herstellungskosten von rund EUR 20,--  pro Stück mehr, die man sich vom Kunden mit hoher Wahrscheinlichkeit angemessen

entgelten lassen kann.

Die Blondine ist etwas unsauber an Rande des Binding gearbeitet. Unschöner sind diesmal überstehende Bundenden.

Die musste ich leider abschleifen, damit der Daumen nicht aufgeschubbert wird.

   

 

 

 

 

 

 

Die folgende Tabelle zeigt exemplarisch wie groß die Schwankungsbreite der Produktion derzeit ausfallen kann.

Die Gitarren sind also ziemlich unterschiedlich. Dazu haben wir die Gitarren gewogen und

die Pickups durch gemessen.

  

 

 

Rot

Blau Natur  
Weight
3,6 Kilogramm
3,4 Kilogramm 3,7 Kilogramm  
Bridge Pickup
5,95 KOhm
6,46 KOhm 6,40 KOhm  
Both of them
2,88 KOhm 3,16 KOhm 3,06 KOhm  
Neck Pickup
5,45 KOhm 6,03 KOhm 5,69 KOhm  

 

 

 

 

 

 

 

Als Buchsenblech wird genommen, was so da ist. Auch die Größe der Labelung "HK" auf der Kopfplatten weist

verschiedene Größen auf.

 

Fazit: Wem seine HK-Tele nicht gefällt, schickt sie einfach zurück. Aber auf ihre Weise sind sie dann doch

ungewollt individuell und man kann halt dabei auch richtig Glück haben.

 

 

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