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  • „Alles Mist“ oder „das blöde Ding scheppert“

 

Florian ruft an. Was ein Freund meines Sohnes ist. Und?

 

Florian hat Ärger mit seiner E-Gitarre, sagt mein Sohn. Das Ding sondert Geräusche ab, die planmäßig so nicht vorgesehen sind. Scheppern soll sie.

 

Also schön, die E-Saite scheppert. Ja, lautet die Frage, und woran liegt denn das? Nächste Frage! Was muss ich machen damit das weg geht? Na gut, also, das kann natürlich etwas für einen Gitarrendoktor sein. Aber mal ehrlich, bei Kopf-

schmerzen kommt man auch nicht gleich ins Krankenhaus.

Die Saiten scheppern – mögliche Ursachen:

Die Saiten sind alt und abgespielt. Die Bundstäbchen haben sich auf der Unterseite der Saiten stark eingedrückt. Die Saiten sind verschmutzt und oder korrodiert. Sie schwingen nicht mehr gleichmäßig. Ist das Instrument sehr sensibel und die Saitenlage flach eingestellt, kann es dann schon mal unschön scheppern.

 

Die Brücke hat sich verstellt und alle oder einige Saiten liegen einfach zu flach über dem Griffbrett.
Vor allen Dingen in den höheren Lagen (Richtung 12. Bund) bekommt man die Gitarre schnell zum Scheppern ohne

das man zu doll reinhaut. Tipps und Tricks ...

 


Hat sich die Halskrümmung verändert und der Hals ist dadurch gerader geworden kann es leicht zum Scheppern der Saiten kommen. Das passiert schnell, wenn andere beziehungsweise dünnere Saiten (siehe unten) aufgezogen werden.

Kann aber auch durch Temperaturwechsel, Luftfeuchtigkeit (Trockenheit),  arbeitendes Holz und

nach Gewalttätigkeit auftreten.

 

Viele auch eher günstige Instrumente direkt aus dem Geschäft sind überwiegend eh nur grob eingestellt. Daher machen sich derartige Veränderungen nicht unbedingt so deutlich bemerkbar. Anders sieht es aus, wenn die Gitarre oder der Bass feinstens auf low action justiert ist. In diesen Fällen wirken sich die genannten Faktoren erheblich schneller unangenehm aus.

 

Bei all dem, was hier so erwähnt wird, sollte man aber bedenken, dass manchmal nicht das Instrument die Quelle

der ungewollten Geräusche ist. Auch zum Beispiel Kabel (Stecker/Buchsen), Lautsprecher und Röhren fabrizieren gelegentlich akustische Irritationen. Bevor man der Klampfe auf den Leib rückt, bitte andere Faktoren ausschliessen

 

Tipps und Tricks ...

 

 

Ist das Instrument schon älter oder viel

gespielt, sind vielleicht die Bünde abgespielt.

 

Das heißt, es gibt Kerben, wenn dieselben

Griffe auf Dauer mit zu viel Kraft gedrückt werden und abgewetzte Stellen vom

Saitenziehen.

Die Höhe der Bundstäbchen ist nicht mehr gleichmäßig, da es besondere Beanspruchung in bestimmten Lagen gibt (A-Blues-Pentatonik

im 5. Bund ! ?).

Was man oft bei älteren Instrumenten sehen kann, ist, dass sich die einfachen Griffe/Akkorde in der ersten Lage in die Bünde eingefressen haben. Das sind meist die Akkorde E, A, D, G, C.

 

Muss man deshalb die Saiten tiefer pressen,

liegen sie in höheren Lagen eher mal auf.

 

 

 

Dann haben wir noch die überraschenden Klassiker: Das Plektrum klemmt noch zwischen den Saiten :-) oder was doch nicht ganz so selten anzutreffen ist: Ein Pickup ist zu hoch eingestellt und schaut zu weit aus seinem Rahmen oder dem Schlagbrett. Das sieht man nicht immer sofort, macht sich aber unschön durch die magnetische Anziehung bemerkbar.

  

Am Rande sei noch der Vollständigkeit halber der Twisted Neck erwähnt. Das Holz des Halses ist nicht vernünftig

abgelagert (oder im Ofen nicht ordentlich auf die gewünschte Restfeuchte runter getrocknet) und arbeitet daher noch. Das kann zu einer Verdrehung in sich führen. Einstellen wird häufig unmöglich. In seltenen Fällen hilft ein Bundschliff. Meist muss ein neuer Hals her. Alternativ Bünde raus, Hals (Griffbrett) nivellieren und neue Bünde rein wird schweineteuer.

 

 

Gerade ist es mir bei letzten Projekt aufgefallen: Saiten scheppern auch mal gern bei sogenannten Open-Tunings.

 

Stimme ich mir die Gitarre auf das häufiger verwendete DADGAD herunter, läßt der Saitenzug nach, die Saiten schwingen weiter aus und - da ist es wieder . . .  natürlich kann sich jetzt auch der Hals wieder etwas mehr gerademachen, wenn man die Saiten herunter stimmt, wodurch der Abstand zu den Saiten geringer wird. Also dickere Saiten!

 

Der Sattel beziehungsweise ein oder mehrere seiner Schlitze sind über die Zeit durch die dauernde Saitenreibung beim Saitenziehen und Stimmen zu tief geworden. Dann scheppert es bei offen gespielten Saiten. Tipps und Tricks ...

          

 

 

Wechselt man auf eine dünnere Saitenstärke, läßt der Zug nach. Die fein austarierte Balance zwischen dem Saitenzug,

der gut und gern um die 50 Kilogramm ausmacht (bei 4-Saiter-Bässen wären es dann zwischen 60 und 70kg) und der Halsspannung verändert sich. Der Hals kann sich jetzt mehr strecken. Dieses sich Gerademachen verflacht

die Saitenlage, was Scheppern nach sich ziehen kann.

 

Man soll sich jetzt aber nicht wegen jedem kleinen "Zirpen und Schnasseln" in die Büx machen. Etwas komfortabel

darf es dann schon sein und nicht alles gibt der Verstärker 1:1 so weiter. Im übrigen scheppert ja oft der Saitenteil hinter dem gedrückten Bund (1) ohne das es zu sehr stört.

 

Ganz Feinsinnige spüren aber auch Resonanzen, die von den Federn des Tremolos (2) oder dem Saitenabschnitt zwischen Sattel und Mechaniken (3) herrühren. Im zweiten und dritten Fall hilft etwas Schaumstoff oder im ersten Fall ein Haarband mit Gummi-Stretch (Victor Wooten, Greg Howe, Bill Dickens, etc.).  

  

 

  

Tja, last but not least - ich muss es leider sagen, Florian, manchmal liegt es daran

- ich trau mich das kaum zu sagen- ,

dass einer oder eine nicht Spielen kann...

 

Das nun allerdings ließe sich wohl mit etwas Übung beheben.

Bestes Beispiel dafür ist der Klassiker, Westerngitarrenspieler wechselt auf E-Gitarre. Wieso, hat doch auch 6 Saiten?

Nun ja, das ist völlig richtig.

 

Westerngitarren werden oft mit kräfigem Druck der Greifhand bedient.

 

Das ist durch dickere Saiten aus anderem Material und eine andersartige Saitenlage bedingt, die für eine vernünftige Lautstärke, Ansprache und Artikulation wichtig ist.

 


Für die E-Gitarre ist das aber so mit dem hohen Druck in dieser Form nicht nötig und eher störend. Da hier durch eine solche Handhabung Flexibilität (Lagenwechsel) und Intonation und eben manch anderes leidet (besonders bei höheren Bündstäbchen (Frets) oder Scalloped Fingerboard). Sicher haben Kraftmeier aber eher einen guten Tone als Schlaffis.

Da alles eben so seine Vor- und Nachteile mit sich bringt, eigne man sich möglichst ein hohes Maß an Flexibiltät an.

 

Oh ja, bisher haben wir hier ja noch fast nichts zu Neuinstrumenten vermerkt. Was in den Läden steht oder hängt ist, wie gesagt, nur selten gut eingestellt. Überwiegend ist die Saitenlage zu hoch. Viele denken dann ahnungslos, das müsste so sein oder das wäre typisch für das Modell oder die Marke - nö. Das ist erstmal für den Hersteller oder Händler von Vorteil, weil er Zeit sparen und nichts scheppern kann.

 

Kaufen sollte man nur ein eingestelltes Instrument, sonst merkt man womöglich, wenn man das daheim selbst erledigt,

dass es leider scheppert, weil die Bünde doch nicht richtig abgerichtet sind oder die Halsdurchbiegung zu flach eingestellt ist. Gut ist es, bei einer komfortablen Saitenlage jede Saite in jedem Bund bei normalem Druck zu testen.

 

 

Da sind sie wieder: Ich und meine Probleme!

 

Bei der Sitar oder dem Fretless-Bass wäre

alles in bester Ordung - nicht so bei dieser

PRS SE One.

Tatsächlich schnarrt die dünne E-Saite.

Ob nun in einem beliebigen Bund ge-

griffen, oder leer angeschlagen.

 

Frei nach der Devise "love it, change it or

leave it" kommt nur ein Lösungsversuch in

Frage. Da die Rille für die Saitenführung

auf der vorderen Hälfte ausgefressen ist,

tauschen wir die Brücke. Ich tippe mal,

da hat einer 08er Saiten gespielt und dann

auf 10er gewechselt? Vielleicht stehen die

Bolzen nicht mehr senkrecht?

Wer eine "erhaltende Lösung" anzubieten hat,

melde sich doch gerne mal per Email dazu oder

trage etwas ins Forum oder Gästebuch ein.

 

 
 

 

 

 

Hier im Forum schreibt übrigens Martin, dass ein Wackler in der Verkabelung seine Batterie immer entladen hat.

Das führte zu unerklärlichen brutzeligen Schnarr- und Scheppergeräuschen. Wer also mit einem aktiven Instrument

am Start ist, kann mit einer Ersatzbatterie oder kleinen Lötaktion wieder Herr der Lage werden.

 

Genau das Entladungsproblem tauchte hier bei einem formidablen KSD Ken Smith Design Proto J 70's

5-String Bass auf. Das Problemchen ließ sich recht leicht beheben indem man die Kontakte der Buchse

wieder in den Ursprungszustand gebogen hatte. Buchse tauschen also überflüssig.

 

Heute noch ein bewährter Tipp zum Saitenwechsel. Wenn die Saiten schon flau und matt klingen, zunächst einfach

mal nur die drei umsponnenen Basssaiten (E, A, D) erneuern und die Blanken als Reserve weglegen für wenn was reißt.

Besonders die Wicklungen der dicken Saiten werden von den Bundstäbchen unten eingedrückt, was ein gleichförmiges

Ausschwingen beeinträchtigt. Beim Reinigen der Saiten übrigens in erster Linie die Unterseite in Betracht ziehen.

Das ist der Teil der Saite, der für ein Festsetzen von Ablagerungen am besten "geeignet" ist - logisch.

 

 

 

 

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